Gemeinde Eisbach

Rein 5, 8103 Eisbach, Tel. 03124/51 7 62

In unserer Gemeinde werden noch verschiedentliche Bräuche gepflegt, obwohl auch hier aufgrund der Entwicklung landwirtschaftlicher Maschinen und des allgemeinen technischen Fortschritts schon vieles in Vergessenheit geraten ist.

Das frühere Drei-König-Singen zwischen Neujahr und dem 6. Jänner wird nun von der katholischen Jungschar weitergeführt. Die Anfangsbuchstaben der drei Könige (C+M+B) werden zusammen mit der Jahreszahl auf die Türen geschrieben als Abwehrmittel und Schutzzeichen gegen übelwollende Mächte.

In der Faschingszeit, in der verschiedene Bälle stattfinden und dessen Höhepunkt der Faschingsdienstag ist, findet auch der Sauschädelball statt. Wenn in der Faschingszeit bei einem Bauern ein Schwein geschlachtet wird, so versuchen "Diebe", einen Sauschädel (Schweinskopf) zu stehlen. Dieser wird zu einem Gasthaus gebracht, wo man zu einem "Sauschädelschmaus" zusammenkommt. Zu diesem Essen sind der Besitzer mit seinen Angehörigen, die Nachbarn und Musikanten eingeladen. Von einem Richter werden dann alle zur Leistung eines Beitrages "verurteilt". Musik und Tanz runden den Sauschädelball ab.

Alljährlich wird zwischen den einzelnen Vereinen oder Ortsteilen der Gemeinde Eisbach ein Knödelschießen (Eisstockschießen) ausgetragen, wobei die Verlierer einen Strohkranz erhalten und ein Essen bezahlen. Die Sieger bezahlen im Gegenzug die Getränke.

Die Osterbräuche beginnen am Palmsonntag. Bei der Palmprozession werden Palmbuschen geweiht, die in den Herrgottswinkeln der Häuser, auf den Stalltüren und unter dem Dach angebracht werden. Die Bauern machen daraus kleine Kreuze, die zum Schutz von Unwettern in die Erde gesteckt werden.

In der Früh des Karsamstages bringen Buben geweihtes Feuer zu den Wohnhäusern, mit dem das Weihfleisch gekocht wird. Dieses wird am Nachmittag des Karsamstages gemeinsam mit Salz, Brot, Eiern und Kräutern in geschmückten Körben zur Fleischweihe getragen, die in der Kirche und vor Kapellen stattfindet. Abends und nach dem Besuch der Osternachtsfeier in der Kirche werden die Osterfeuer entzündet.

Am Ostersonntag vor Sonnenaufgang gehen Bauern über ihre Felder und Wiesen, durch Haus und Stallungen, beten dabei und besprengen ihr Hab und Gut mit Weihwasser. Dabei stecken sie auch die aus Palmzweigen gefertigten Kreuze in die Erde der Felder und an Wohn- und Stalltüren zum Schutz vor Unheil und Unglück. Am Vormittag findet die Auferstehungsprozession statt. Die Kinder freuen sich an diesem Tag auf das Suchen der Osternester.

Am Kleinostersonntag (erster Sonntag nach Ostern) gibt es das Schlüsselfest und einen großen Kirtag im Ort.

Ein paar Tage vor dem 1. Mai werden vor Gaststätten und an öffentlichen Plätzen Maibäume aufgestellt.

Zu Fronleichnam findet die Fronleichnamsprozession statt. Die hohe Geistlichkeit und die Gläubigen ziehen betend um die Teichwiese vor dem Stift. Der Prozessionsweg und die Altäre werden mit jungen Birkenstämmen geschmückt. Geweihte Zweige davon werden nach Hause getragen oder zu den Gräbern der Verstorbenen gebracht.

Der Sommerbeginn wird durch Entzünden des Johannis- oder Sonnwendfeuers gefeiert.

Am Ulrichsonntag (Anfang Juli) findet der zweite große Kirtag im Ort statt. In der auf dem Ulrichsberg befindlichen Kapelle wird eine hl. Messe gefeiert.

Jeweils am 1. Samstag im September wird am Plesch der traditionelle Pferdemarkt abgehalten.

Am zweiten Sonntag im Oktober findet unter großer Beteiligung der Eisbacher Bevölkerung das Erntedankfest statt.

Zu Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) werden die Gräber besonders schön geschmückt. Zu Ehren der Verstorbenen findet an diesen Tagen ein Friedhofsgang statt. Außerdem ist es zu dieser Zeit gebräuchlich, einen Allerheiligenstriezel (ein geflochtenes Germgebäck) zu backen.

Der 1. Adventsonntag leitet den Weihnachtsfestkreis ein. Die erste der vier Kerzen des aus dem frischen Tannengrün gebundenen Adventkranzes wird angezündet.

Am 5. Dezember besucht der Nikolaus und meist auch der Krampus die kleinen Kinder.

Am Heiligen Abend wird in der Stiftskirche die Mitternachtsmette gefeiert, die durch weihnachtliche Weisen vor Mitternacht eingeleitet wird.

In den Rauhnächten zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner ist es auch heute noch Brauch, daß durch die Häuser und Stallungen mit Weihrauch und Weihwasser gezogen wird, um böse Mächte abzuhalten.

Am 26. Dezember findet zu Ehren des hl. Stefan, dem Schutzheiligen der Pferde, der Stefaniritt statt. Zahlreiche Pferdebesitzer treffen sich mit ihren Pferden auf der Teichwiese vor dem Stift, wo sie vom hochwürdigsten Abt des Stiftes den Segen erhalten.

Der 28. Dezember ist der Tag der Unschuldigen Kinder. Die Kinder übermitteln mit Zweigen der Weide, der Birke oder Haselstaude ihre Glück- und Segenswünsche.

Die Neujahrsgeiger schließen den Brauchtumskreis. Sie ziehen in den letzten Tagen des Jahres spielend von Haus zu Haus und übermitteln damit die Neujahrswünsche.